Sigi Sommer Taler - Kunst- und Kabarettpreis

Aus dem Stiftungsprotokoll

Die Narrhalla zeichnet jährlich eine Künstlerin oder einen Künstler von Bühne, Funk, Film, Fernsehen oder von der schreibenden Zunft mit dem Sigi Sommer Taler Kunstpreis aus.

Ein Preis für Menschen, die uns – wie einst Sigi Sommer – schmunzeln lassen.

Der Sigi-Sommer-Taler-Kunstpreis wird an Künstler verliehen, die in München und Bayern ihren Lebensmittelpunkt haben. Der Taler kann Auszeichnung für ein junges Talent sein oder ein langes Lebenswerk ehren – zur Erinnerung an Sigi Sommer, den Unvergessenen, der in der Münchner „Abendzeitung“ fast vierzig Jahre lang als „Blasius, der Spaziergänger“ München und die Münchner beobachtete. Sigi Sommer starb 1996. Doch wir können ihn noch immer lächeln sehen.

Hintergrund der Stiftung

Er steht, aus Bronze gegossen, am Roseneck. Er war der beliebteste Autor Münchens. Und jetzt ist sein Denkmal, gestiftet
von der Verleger-Familie Rolf S. Schulz, das beliebteste der Stadt. Keines wird so oft gestreichelt wie dieses, vor keinem werden so oft Blumen niedergelegt. Max Wagner, der Bildhauer, hat Sigi Sommers leises Lächeln beobachtet und sehr bewusst festgehalten.
Wenn es ein Feuerchen der Erregung gab, dann hat Sigi Sommer immer noch gern hineingeblasen, um es zu schüren. Aber mit einem Lächeln. Er schrieb manchmal poetisch, manchmal polemisch. Oft bissig, oft wehmütig. Spöttisch, aber liebevoll. Und alle hatten ihre Freude daran. Genau das wird von den Preisträgern verlangt. Dass hinter ihrem Granteln ein Lächeln
steckt. Dass sie alles sein können: wehmütig wie bissig – zu unserer Freude. Wie Sigi Sommer.

Die Münze ist eine Rarität. Sie zeigt Sigis Profil. Das hat er selbst gezeichnet! Nach diesem Entwurf fertigte 1978 Erhard Hössle, ein international bekannter Silberschmied und damals Professor in Nürnberg, eine Erinnerungsmünze an – geprägt zum 30. Geburtstag von Sigis Stammtisch im „Augustiner“-Keller. Den Taler verschenkte er an gute Freunde, an Menschen, die er mochte. Der Taler aus reinem Silber wurde neu geschaffen und geprägt. Eine Jury der Narrhalla und der Edition Schulz – die jahrzehntelang Sigi Sommers Bücher veröffentlicht hat – ermitteln, wer ein posthumes Schulterklopfen Sigis verdient.

Marianne Sägebrecht erhält den Sigi Sommer Taler 2020

 Marianne Sägebrecht wird 1945 in Starnberg geboren und hat sich bereits schon als Kind für die Kleinkunst interessiert und Bühnenbilder entworfen. Mit 19 Jahren heiratet sie, bekommt eine Tocher und übernimmt mit ihrem Ehemann die Kleinkunstbühne „Spinnradl“ in Starnberg. Nach ihrer Scheidung 1976 wird sie Chefin der Künstlerkneipe „Mutti Bräu“ in München. Als Mutter der bayerischen Kleinkunstszene tritt sie mit ihrer Truppe „Opera Curiosa“ auf und knüpft Kontakte zu Schauspielern und Künstlern des Zirkus Roncalli. Als 1979 Filmregisseur Percy Adlon sie entdeckt und mit ihr bis 1989 vier Spielfilme – „Die Schaukel, „Zuckerbaby“, „Out of Rosenheim„, „Rosalie Goes Shopping„ -.  inszeniert, beginnt ihre internationale Karriere. Sie spielt u.a. in der amerikanischen Produktion „Der Rosenkrieg“ mit Michael Douglas und in dem französischen Film „Martha und ich“ mit Michel Piccoli, der 1992 beim Filmfest in Venedig gezeigt wurde. Seit den späten 90iger Jahren ist Sägebrecht auch beim Fernsehen präsent, spielt  in der Fernsehfilmreihe die Köchin „Marga Engel“ und wirkt in vielen bekannten Fernsehserien mit. Marianne Sägebrecht wird vielfach ausgezeichnet u.a. mit dem Bundesfilmpreis als beste Hauptdarstellerin, Bambi, Schwabinger Kunstpreis und mit dem Bayerischen Verdienstorden,  Mit ihrer erfrischenden Herzlichkeit und ihren immer strahlenden Augen,  spielt die charismatische Allroundkünstlerin Theater, singt mit dem Kabarettisten Josef Brustmann „Sterbelieder fürs Leben“, schreibt Bücher, pflanzt Heilkräuter und engagiert sich seit 2017 als Hospiz-Patin bei Christophorus in München. Sie plant eine weitere Reise nach Surinam, neue Projekte und setzt Impulse mit  Seele, Herz, Vergangenheit und Zukunft!

Foto: Gornan Nietschke

Martin Frank erhält den Sigi Sommer Taler 2021

1992 in Niederbayern geboren, auf dem elterlichen Bauernhof in Hutthurm, Landkreis Passau, aufgewachsen,  füllte Martin Frank bereits im Kindesalter Klavierunterricht, verschiedenste Chöre und das Volks- und Stadttheater sein Leben ebenso aus wie das frühmorgendliche Melken.

Nach einem kurzen Umweg als Standesbeamter und seiner Ausbildung zum Organisten setzte er mit 20 Jahren alles auf eine Karte, kündigte seinen Job, holte sein Abitur nach, sprach trotz seines massiven Sprachfehlers (bairischer Dialekt) an der Schauspielschule Zerboni in München vor und wurde aufgenommen. Noch während der Ausbildung präsentierte er 2015 sein 1. SoloprogrammAlles ein bisschen anders – Vom Land in d’ Stadt“, das von Publikum und Presse bejubelt und gleich mehrfach ausgezeichnet wurde.  Der  vielversprechende Newcomer verlässt 2017 die Schule, feierte Erfolge in der Titelrolle des „Siegfried“ im Lustspielhaus (Regie: Gabi Rothmüller) oder schauspielerte vor der Kamera für „Die Rosenheim-Cops“ und „Hubert ohne Staller“.

Im März 2018 nach seinem 2. Soloprogramm „Es kommt wie’s kommt“ folgten weitere Auszeichnungen, u.a. 2018 der Bayerische Kabarettpreis in der Kategorie „Senkrechtstarter“, 2019 der Prix Pantheon in Bonn und  2019 der große Kleinkunstpreis der Wühlmäuse in Berlin.

Im Herbst 2018 zum ersten Mal im Duo mit Kabarettistin Franziska Wanninger mit  „Wia d’ Semmel so da Knödel“auf der Bühne. Zeitgleich schrieb das „Dreamteam“, wie beide von der Presse betitelt werden, das Buch „Der famose Freistaat“, das im Januar 2020 im Rowohlt-Verlag erschienen ist. Im Oktober 2020 erfolgreiche Premiere des 3. Soloprogramms „Einer für alle – Alle für keinen“

Während das Live-Publikum seine Arien liebt, erkennen die Musikhochschulen in München und Salzburg sein Talent nicht und weisen ihn ab. Egal. Aufstehn, Krone richten, weitergehen. Weiter wie eine Rakete in den Kabaretthimmel schießen und Erfolge feiern, Und zum „erden“ so oft es geht, daheim auf dem elterlichen Bauernhof die Kühe melken und mit seinen Arien die Milchleistung steigern!

Foto: Andreas Kusy

Träger des Sigi Sommer Talers

2021
Ordensträger
Martin Frank
Laudatio
Franziska Wanninger
2020
Ordensträger
Marianne Sägebrecht
Laudatio
Josef Brustmann
2019
Ordensträger
V. Heißmann & M. Rassau
Laudatio
Barbara Stamm
2018
Ordensträger
Helmut Schleich
Laudatio
Dieter Hanitzsch
2017
Ordensträger
Günter Grünwald
Laudatio
Christian Springer
2016
Ordensträger
Luise Kinseher
Laudatio
Winfried Frey
2015
Ordensträger
Hans-Jürgen Buchner (Haindling)
Laudatio
Franz Xaver Bogner
2014
Ordensträger
Joseph Vilsmaier
Laudatio
Josef Schmid
2013
Ordensträger
Monika Gruber
Laudatio
Christian Springer
2012
Ordensträger
Ottfried Fischer
Laudatio
Andreas Giebel
2011
Ordensträger
Andreas Giebel
Laudatio
Dr. Rolf Cyriax
2010
Ordensträger
Michael Graeter
Laudatio
Dr. Rolf Cyriax
2009
Ordensträger
Waldemar Hartmann
Laudatio
Peer Steinbrück (MdB)
2008
Ordensträger
Michael Lerchenberg
Laudatio
Ottfried Fischer
2007
Ordensträger
Frank Barwasser
Laudatio
Urban Pirol
2006
Ordensträger
Christian Ude
Laudatio
Michael Radtke
2005
Ordensträger
Konstantin Wecker
Laudatio
Werner Schmidbauer
2004
Ordensträger
Fredl Fesl
Laudatio
Andreas Giebel
2003
Ordensträger
Lisa Fitz
Laudatio
Christian Springer
2002
Ordensträger
Christian Springer
Laudatio
Ottfried Fischer
2001
Ordensträger
Erni Singerl
Laudatio
Ottfried Fischer
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